Inventarnummer
  -  
Kopist
   

Künstler

  Alexander Frenz 
Titel
  Die Enthauptung Johannes des Täufers 

Signatur, Beschriftung
 

Datierung
1904 

Aufbewahrungsort
Materiallager der RWTH-Aachen, Kármán Forum, Eilfschornsteinstraße 7 

Sammlung
Sonstige 
 

Maße
156 x 206 cm 

Rahmen
nicht vorhanden 

Material & Technik
Öl auf Leinwand 

Erhaltungszustand
Putzspritzer auf der linken Bildhälfte, besonders auf der linken Seite kleine Löcher; links und rechts unten gelbe Farbe auf Salome´s Kleid; Einritzungen am Bein unten links; Dellen oben und unten links 

Bildbeschreibung
Drei Personen, links eine Frau in leicht gebückter Haltung. Sie trägt nur ein langes gold-gelbes Tuch, dass von ihren Hüften bis zu ihren Knöcheln reicht. Sie ist dem Betrachter leicht abgewandt, man sieht ihre rechte Körperhälfte. Unten schaut ihr linker Fuß unter dem Tuch hervor, ihr rechtes Bein ist angewinkelt, ihr rechter Fuß ist am linken Bildrand zu erkennnen, wo er ebenfalls aus dem Tuch herausschaut. Ihr unbedeckter, bleicher Oberkörper beugt sich nach vorne und ihre nackte rechte Brust ist zu sehen. Ihre langen, dunklen Haare fallen über ihre Schultern und bedecken einen Teil ihres Gesichtes. Sie hält eine Schüssel, ihre rechte Hand greift an deren Rand, ihr Arm ist dabei leicht angewinlkelt. Sie hält ihren Kopf gerade und blickt auf den abgeschlegenen Kopf, der sich zentral in der Mitte des Bildes befindet. Es ist der Kopf eines Mannes mittleren alters, er hat braune Haare und einen Bart und besitzt einen Nimbus. Aus seinem Hals läuft Blut in die Schüssel, die von der Frau gehalten wird. Der Kopf wird von einem Mann mit dessen rechten Arm hoch gehalten, der sich in der rechten Bildhälfte befindet. Er trägt einen Turban und einen Bart sowie ein grünes Gewandt. Er stützt sich mit seiner linken Hand auf einen Stab, sein linker Arm ist dabei angewinkelt. Sein Körper ist dem Betrachter eher zugewandt, er befindet sich in einer leicht knienden Stellung und sein Kopf ist leicht zur linken Bildhälfte gedreht. Auch er blickt den abgeschlagenen Kopf an. Zwischen ihm und der Frau liegt der leblose Körper des Getöteten. Er ist, bis auf ein Tuch, das um seine Lenden geschlungen ist, nackt. Seine Haut ist fahl. Der Körper liegt gerade ausgestreckt auf dem Rücken, die Füße befinden sich unmittelbar am unteren Bildrand. Der Körper liegt leicht schräg richtung linke obere Bildecke.  

Künstlerbiografie
Frenz, Alexander *13.10.1861 Rheydt; Maler und Graphiker in Bonn, besuchte die Kunstakademie in Düsseldorf und zählte bald zu den besten Schülern. Verbrachte ein Jahr in München bei F.v.Lenbach. Danach lange Schaffenszeit in Düsseldorf. Unternahm viele Reisen, u.a. nach Italien. Weitete sein Können von der Landschaftsmalerei auch später auf Phantasiebilder aus.  

Literaturangaben
Walter Cohen, in: Thieme-Becker, Band 12, S. 424, Leipzig 1916.
Quelle: Die Technische Hochschule Aachen, Eine Gedenkschrift. Hrsg. von Paul Gast, Aachen 1921, S. 187 

Notizen
Dem Gemälde wurde bislang keine Inventarnummer zugewiesen, da es erst nach dem Tode und dem Inventar von 1901 ins Reiff-Museum. Der im Thieme-Becker erwähnte Titel lautet: Salome.
Das Bild wurde 1904 dem Reiff-Museum durch Hugo Sack (Düsseldorf) vermacht.
"An Reiffs Stelle trat 1903 Alexander Frenz aus Düsseldorf. Er stand menschlich und künstlerisch in vollkommenem Gegensatz zu seinem Vorgänger. War Reiff ernst und sachlich, derb und urwüchsig, so war Frenz der Typus des heiteren und ungebundenen rheinischen Künstlers, von einer Sorglosigkeit, die ihn über alles, auch über das Wichtigste und Schwierigste, leicht hinweghob. Von Hause aus ein hochbegabter Künstler, ein Kolorist ersten Ranges, der große dekorative Schöfungen aus dem Ärmel schüttelte, einer der Glücklichen, die von der Eleganz antiken Lebens und in gesteigerten Formen und Farben widerzuspiegeln vermögen. Ein längerer Aufenthalt in Italien und insbesondere auf Capri hatte ihm hier die Wege gewiesen. Frenz hätte nichts als der eiserne Fleiß seines Vorgängers gefehlt, um zu höchster Leistung emporzusteigen. Dagegen empfand er die Lehrtätigkeit an der Aachener Hochschule und den engen Bannkreis der kleinen Stadt als Hemmung, sie waren nicht geeignet, sein Talent zu entfalten. So schied er schon 1908 freiwillig von Aachen". Quelle: Die Technische Hochschule Aachen, Eine Gedenkschrift. Hrsg. von Paul Gast, Aachen 1921, S. 187  

Stand der Bearbeitung: 2005-04-16 Carola Selwitschka 
Überarbeitet: 0000-00-00  

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